Beweissicherung

Vor Beginn der Vortriebsarbeiten wurden alle Gebäude im unmittelbaren Tunnelbereich bis zum Abstand von 30 Metern zur Tunnelfirste beweisgesichert. Das heißt: Diese Gebäude wurden zunächst vorab durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baudynamik hinsichtlich der zulässigen Schwinggeschwindigkeiten, entsprechend den gültigen Regelwerken, beurteilt. Die DIN 4150 "Erschütterung im Bauwesen" zeigt Verfahren auf, die durch Erschütterungen verursachten Einwirkungen auf Gebäude ermitteln und beurteilen zu können.
Durch die Beweissicherung soll der Zustand der Gebäude, die im Einfluss der Sprengwirkungen liegen und dadurch bedingt in Mitleidenschaft gezogen werden können, dokumentiert werden. Der Zustand der Gebäude wird in bestimmten Abständen während der Bauausführung und nach Abschluss der Bauausführung nochmals festgehalten. In die Beweissicherung wurden über 40 Gebäude entlang der Trasse einbezogen.

Messtechnische Überwachung der Sprengerschütterung

Durch die Sprengungen im Tunnel entstehen Erschütterungen die bis zur Oberfläche dringen. Um zu überwachen ob diese Erschütterungen im zulässigen Rahmen liegen und keine Gefahr für Gebäude darstellen, werden in den jeweiligen Gebäuden die unmittelbar über oder vor den Vortriebsarbeiten stehen Erschütterungsmessgeräte (insgesamt 12 Geräte) aufgestellt. Hier werden die auftretenden Schwinggeschwindigkeiten ständig aufgezeichnet und durch den Sprengsachverständigen bewertet. Die folgenden Aufnahmen entstanden im Keller der Villa Grün.

Bei einer Sprengung werden mit dem Sensor die Erschütterungen in drei Achsen (Längs, Quer und Hoch-Achse) erfasst. Neben der Schwingungsintensität (Dimension: "Hertz") wird auch erfasst, wie die Erschütterungen im Verhältnis zur Zeit stehen. Die gemessenen Daten werden in der Zentraleinheit gespeichert. In der Zentraleinheit befindet sich neben dem Speicher auch der Akku, der die gesamte Anlage mit Strom versorgt. Die Anlage arbeitet also netzunabhängig. Sobald die Erschütterungen von den ständig aufgezeichneten Schwingungen abweicht, wird eine Zusammenfassung des Messergebnisses bei einem Teil der eingesetzten Erschütterungsmessgeräte per Funk an den zuständigen Mitarbeiter gesandt. Dieser kann dann sofort die Messergebnisse auf seinem Handy ablesen. Neben dieser Zusammenfassung werden alle Geräte in regelmäßigen Abständen "ausgelesen". Dazu wird ein Notebook an die Anlage angeschlossen. Die Messergebisse werden in ein Computerprogramm eingelesen und können vor Ort detailliert ausgewertet werden.

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Im Vordergrund ist der Sender zu sehen mit dem eine Zusammenfassung der Messergebnisse unmittelbar an den zuständigen Mitarbeiter gesendet wird. Dahinter ist die Zentraleinheit zu sehen.  
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Die Sensoreinheit misst die Erschütterungen.
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Bildschirm mit Anzeige der Erschütterungen mit der Frequenz in "Hertz"
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Bildschirm mit Anzeige der Erschütterung in Millimeter pro Sekunde ("mms") in Verhältnis zur Zeit. Abgebildet ist ein Zeitraum von ca. 3 Sekunden
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Die Erschütterungsanlage in der Übersicht


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