Pressefoto Dill-Post 07.06.2005
Noch stehen Radllader und Bagger ungenutzt vor dem Stollenmund. Doch jetzt gibt es "Licht am Ende des Tunnels":
Möglicherweise gehen die Arbeiten schon in den nächsten Wochen weiter.  (Foto: Martin H.Heller)
Übernahmevereinbarung genehmigt und unterschriftsreif    
Ministerium stellt Weichen Tunnelbau geht bald weiter

D i l l e n b u r g / Bonn  (v. Martin H.Heller) Das Bundesverkehrsministerium in Bonn hat am Freitag grünes Licht für den Weiterbau des Schlossbergtunnels in Dillenburg gegeben. Wie Ministeriumssprecher Jürgen Frank gestern auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, soll der von der Bauholding Strabag übernommene Tunnelbauzweig des Bauunternehmens Dywidag die seit vier Monaten ruhenden Arbeiten an der unterirdischen Dillenburger Kernstadtumgehung weiterführen.
Die vom Dillenburger Amt- für Straßen und Verkehrswesen vorbereitete Übernahmevereinbarung ermöglicht es der Dywidag, in den ursprünglichen Gesamt-Vertrag einzusteigen. Dieser war zunächst mit dem mittlerweile insolventen Bauunternehmen Walter Bau AG geschlossen worden. Die neue Vereinbarung ist nun rechtlich geprüft und zugelassen. Die Unterschriften darunter könnten bereits in den nächsten Tagen erfolgen.
Die Manschaft der Baufirma Dywidag, die früher Teil des Walter-Bau-Konzerns war steht Gewehr bei Fuß. "Wenn sich etwas tut, könnten hier bald wieder rund 50 Leute im Dreischichtbetrieb arbeiten", sagte Bauleiter Nils Warning gestern. Doch bislang läuft das seit Einstellung der Bauarbeiten übliche Programm. Entwässerungspumpen werden gewartet, der Tunnel überprüft, Vorbereitungen werden getroffen für den Tag X. Dass der nicht in all zu weiter Ferne liegen dürfte, lässt hoffen. Im wahren Sinne Licht am Ende des Tunnels gibt es seit Freitag. Nun liegt es nur noch an einigen wenigen Details, ob und wenn ja, wann die Arbeiten am Tunnel weitergehen. Die Vereinbarung, die das Dillenburger Amt für Straßen- und Verkehrswesen erstellt und die das Ministerium geprüft hat, liegt dem Insolvenzverwalter vor.
Die Tunnelbaufirma Dywidag hatte der Dillenburger Behörde ein Angebot für die Übernahme gemacht. Sollte es in den nächsten Tagen zur Unterschrift der Vereinbarung kommen, so würde dies nicht nur viel Geld sparen, sondern vor allem auch Zeit. Die Arbeiten, die seit dem 1. Februar ruhen, hatten bis dahin im Zeitplan gelegen. Bei einer Übernahme müssten nur diese vier Monate zu der auf drei Jahre veranschlagten Bauzeit hinzu gerechnet werden.
Alternative zur Fortführung durch Übernahme wäre eine völlig neue europaweite Ausschreibung des Tunnelhaus. Dies wäre wesentlich zeitraubender, hieß es gestern.
Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen, das sich gestern noch nicht zu den Vorgängen äußern wollte, kündigte für den Fall neuer Entwicklungen eine Pressemitteilung an.   

Zur vorherigen Seite