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Subunternehmer
ziehen Arbeitskräfte ab Fertigstellung der Röhre bis Sommer 2006
könnte sich verzögern Walter Bau AG meldet Insolvenz an: Arbeiten am Schlossberg-Tunnel vorerst eingestellt Dillenburg (ma) - Kein Hammerschlag, kein Bohrgeräusch drang gestern aus dem halbfertigen Dillenburger Schlossbergtunnel. Beim Tuinnelbau - zur Zeit das größte hessische Straßenbauprojekt - läuft derzeit nichts mehr: Im Laufe des Tages musste dort die Arbeit eingestellt werden, nachdem die als Generalunternehmen mit dem Bau der Schlossbergröhre beauftragte Walter Bau AG gestern morgen Insolvenz angemeldet hatte. Im schlimmsten Fall könnte das für die Oranienstadt bedeuten, das ein anderes Unternehmen mit dem Großprojekt beauftragt werden muss, und der Tunnel dann erst später als im nächsten Sommer fertig wird. "Es gibt keinen Grund für Dillenburg schwarz zu sehen", erklärte gestern Martin Weber, Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Dillenburg. Noch am Montag hatte es so ausgesehen, als wenn die Walter Bau AG - der drittgrößte Baukonzern Deutschlands - durch Verhandlungen mit den Gläubigerbanken und durch den möglichen Einstieg des österreichischen Konkurrenten Strabag in das Unternehmen aus der finanziellen Schieflage hätte herausmanöveriert werden können. Jetzt sind jedoch alle Rettungsversuche gescheitert. Trotz größter Anstrengungen auf Seiten des Unternehmens und der Finanzierer, teilte die in Augsburg ansässige Walter Bau AG mit, sei es nicht gelungen, die Liquidität des Unternehmens zu sichern. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, gestern morgen vor dem Augsburger Landgericht Insolvenz anzumelden. Wie das Nachrichten-Magazin Spiegel in seiner online-Ausgabe berichtet, sei der Widerstand einiger Banken gegen das im Januar vorgestellte Restrukturierungskonzept verantwortlich für den Zusammenbruch des Unternehmens, bei dem rund 9500 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz bangen. Zudem hätten Banken Nachforderungen gestellt, auf die der Vorstand der Walterbau nicht vorbereitet gewesen sei. Das Augsburger Amtsgericht bestätigte gestern den Eingang des Insolvenzantrages. Der zuständige Richter hatte die Zulässigkeit des Antrags bejaht un den Augsburger Wirtschaftsprüfer und Diplomkaufmann Werner Schneider zum vorläufigen Insolvenzverwalter benannt. Für den Bau des Dillenburger Schlossbergtunnels bedeutet das nun natürlich nicht das Aus. Mit einer zeitlichen Verzögerung der Arbeiten ist aber zu rechnen. Zumindest in den nächsten Tagen, vielleicht auch für einige Wochen, wird auf der Baustelle erstmal nichts passieren. Die von der Walter Bau beauftragten Sub-Unternehmer haben ihre Arbeitskräfte weitestgehend abgezogen. Vom Insolvenzantrag der Walter Bau sei man überrascht worden, so Martin Weber, Leiter ASV, hatte am Montagabend alles noch nach einer Rettung des Konzerns ausgesehen. Ansprechpartner für das ASV ist nun Insolvenzverwalter Werner Schneider, zu dem jetzt erst einmal Kontakt aufgenommen werden muss. "Erste Option für uns ist es, in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter zu schauen, ob es bit dem Team von Walter Bau bei den Tunnel-Arbeiten weitergehen kann." Das, so Weber, müsse nun zunächst geklärt werden und stelle die mit dem geringsten Schaden verbundene Lösung dar. Sollte das nicht möglich sein, sei aber auch eine Kündigung des Vertrages nicht ausgeschlossen. Die Arbeiten müssten dann neu ausgeschrieben und vergeben werden. Damit würde sich die für Sommer 2006 geplante Fertigstellung der Röhre auf jeden Fall deutlich verzögern. Tunnel wird bautechnisch gesichert. Wie und wann es nun konkret auf der Baustelle weitergeht, erklärte Weber, müsse mit dem Insolvenzverwalter abgestimmt werden. Auch die in diesen Tagen anstehende Abschlagszahlung wird nun nicht mehr an die Walter Bau AG überwiesen. Zunächst erklärte Weber, müsse die Sachlage mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter geklärt werden. Auch wenn an der Röhre durch den Schlossberg nun vorerst nicht gearbeitet werde, versicherte Weber, werde der Tunnel natürlich bautechnisch gesichert. So müsse beispielsweise regelmäßig Wasser abgepumpt werden. Mitglieder der Planungs- und Bauleitungsebene von Walter Bau seien nach wie vor vor Ort. Um den verwaisten Tunnel vor Vandalismus zu schützen, müsse vielleicht ein Sicherungsunternehmen beauftragt werden, schloss Weber nicht aus. Insgesamt hat die Maßnahme unterhalb des Schlossberges ein Volumen von rund 30 Millionen Euro. Rund 12 Millionen Euro sind dabei abschlagsweise schon überwiesen worden. Dafür, dass der Bund als Auftraggeber für den Tunnelbau auf finanziellen Schäden, die aus der Walter-Bau-Pleite resultieren nicht sitzen bleibt, sorgt eine bankgesicherte Vertragserfüllungsbürgschaft. |
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